Familienforschung Weise

Namenkunde (Namenforschung, Onomastik oder Namensforschung)

Die meisten Familiennamen haben ihren Ursprung von Berufsbezeichnungen, Herkunftsorten sowie von Eigenschaften. Der Familienname wurde in Europa erstmals im neunten Jahrhundert in Venedig weitervererbt. Dies breitete sich dann nach und nach in ganz Europa aus. Allerdings kam es in bäuerlichen Gegenden erstmals im siebzehnten Jahrhundert zur Vererbung des Nachnamen.


Brandis

  • Brandis kann ein Herkunftsname zu einem gleichlautenden Ort Brandis in Sachsen oder Brandis in Brandenburg sein.
  • Aus einer Kurzform eines Rufnamen mit der Zweitsilbe -brand(t), von ahd. brant „Brand (als dichterische Umschreibung des Schwertes)“ entstanden.
  • möglich ist eine Verschleifung aus dem FN Brandes, einer patronym. Form zu Brand:
  • weiterhin möglich ist ein Herkunfts- oder Wohnstättenname zum häufigen Orts- oder Flurnamen Brand,  der i.A. auf eine durch Brandrodung entstandene Stelle hinweist.
  • Herkunftsname zum Ortsnamen „Brandis“ oder auch als Kurzform zum Rufnamen „Hildebrand“
  • de Brandesitz (um 1254), Brandis (um 1389), Brandis (um 1479)

Eberius

  • Eberius scheint es sich um eine sog. Latinisierung eines ursprüngl. deutschen FN,
  • der aus einem Rufnamen mit Eber- bzw. direkt aus der Kurzform Eber entstand, zu handeln.

Faldix

  • Es könnte sich – wie z.B. der FN Faldus – um eine (Kurz-)Form zum RN / FN Valentin handeln.
  • In einer Enzyklopädie zur Stadt Halle/S. von 1867 wird ein Braumeister G. Faldix erwähnt.

Freitag

  • mittelhochdeutscher Übername „vritac“ => „Freitag“ (Wochentag)
  • Frigdag (um 838), Vridach (um 1170), Vrietak (um 1197), Fridach (um 1286), Freytag (um 1356)
  • Übername nach dem Wochentag, dessen Vergabe wohl im Zusammenhang mit einem Dienstleistungstermin steht. Freitag ist noch vor Sonntag und Montag der häufigste Familienname nach einem Wochentag.

Lehmann

  • mittelhochdeutscher Berufsname „lehenman“ =>
  • „Lehnsmann“ für einen Bauer, der ein Gut zu Lehen trägt
  • Lehenman (um 1297) , Leman (um 1304) , Leman (um 1372)

Melzer

  • Mälzer / Meltzer / Melzer
  • Berufsname zu mittelhochdeutsch melzer (‚Mälzer‘)
  • Melczer (1361)

Weise

  • Übername zu mhd. wis, wise, mnd. wis >verständig, erfahren, klug, kundig, weise<.
  • »Weiss, »Weisse.
  • Übername zu mhd. weise, mnd. wese, weise >Waise, Waisenkind
  • Übername zu mittelhochdeutsch wîs(e), mittelniederdeutsch wîs (‚verständig, erfahren, klug, weise‚), kaum zu mittelhochdeutsch weise (‚verwaist; Waise‘)
  • Wise (1266/1325), Weise (1375), Weiseke (1590)

Zimmermann

Der Familienname Zimmermann ist abgeleitet von dem Beruf des Zimmermanns.Der Name Zimmermann belegt Platz 20 auf der Liste der häufigsten Familiennamen in Deutschland. Andere Schreibweisen von Zimmermann sind:

  • Zimmerman
  • Zimerman

Berufsname zu mhd. zimberman >Zimmermann<. Der Zimmermann war ein wichtiger Bauhandwerker, da die Bauten in den mittelalterlichen Städten vielfach Holz- und Fachwerkbauten waren. Auf dem Lande, wo die Häuser oft im Eigenbau errichtet wurden, übernahm der Zimmermann die Herstellung der Dachstühle. Heute nimmt Zimmermann die 20. Position in der Häufigkeitsrangfolge der Familiennamen in Deutschland ein.


Abkürzungen

  • ahd: althochdeutsch, etwa von 750 bis 1050
  • mhd: mittelhochdeutsch, etwa zwischen 1050 und 1350
  • mnd: mittelniederdeutsch, etwa 1300 bis ca. 1600, umfasst im weiteren Sinne Norddeutschland und den gesamten niederländischen Sprachraum
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