Familienforschung Weise

Traditionelle Gerichte und Spezialitäten aus der Region Anhalt, die auch in unserer Familie gern gekocht und vor allem gern gegessen werden.




Filsen / Filzen (4 Personen)
Festessen zu Ostern

12 Eier
10 Brötchen (vom Vortag)
1 ganzen Schinkenspeck (halb/halb)
1 l Milch
Salz und Pfeffer
Majoran
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Die Brötchen in grobe Stücke schneiden oder besser zerrupfen. In einer großen Schale die Eier mit der Milch verquirlen (ähnlich Rüherei), mit Salz und Pfeffer würzen und dann die Brötchenstücke darin einweichen. Den Schinkenspeck in etwa 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. Den Boden eines Bräters oder einer Auflaufform mit Schinkenspeckscheiben belegen und einen Teil der eingeweichten Brötchen darüber geben. Darüber wieder eine Lage mit Schinkenspeckscheiben legen und den Rest der Brötchen-Eiermasse darüber geben und im vorgeheizten Backofen, bei 180°C, so etwa 1,5-2 Stunden (je nach Größe der Form) überbacken.

Wie alt oder wo das Gericht herkommt, kann ich nicht sagen, es hat bei uns schon eine sehr lange Tradition zu Ostern und laut meiner Mutter eine Überlieferung aus Ur-Ur-Ur-usw.-Oma´s-Zeiten. Es soll damals ein Arme-Leute-Gericht gewesen sein, wobei da natürlich kein Schinkenspeck genommen wurde, sondern einfache Bratwurst, was auch gut schmeckt, aber Schinkenspeck halt noch besser. Nur darauf achten, das der Schinkenspeck nicht zu mager ist, wird zu trocken (Geschmackssache).



Gehacktesstippe oder Beamtenstippe (4 Personen)

500g Hackfleisch
125g Speck
1/2 Glas Gewürzgurken
2 Zwiebeln
1 Tl Mehl
Salz und Pfeffer
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Speck und Zwiebelwürfel in der Pfanne andünsten, Hackfleisch dazugeben und krümelig anbraten. Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen. Das Ganze mit Wasser nach Bedarf aufgießen (je nachdem, wie viel Sauce man haben möchte). Dann klein geschnittene Gewürzgurken hinzugeben und nun das ganze ca. 10 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss dann mit Mehl und/oder Saucenbinder andicken, evtl. noch nachwürzen.
Die Gehacktesstippe wird mit Kartoffeln oder Kartoffelbrei serviert, aber auch Nudeln schmecken dazu.



Gehacktesklößchen mit Kartoffelbrei (2 Personen)

250g Gehacktes
2 mittlere Zwiebeln
1 Packung Kartoffelbrei
je nach Packungsangabe ca. 250 ml Milch und/oder Wasser
Salz und Pfeffer
1 Ei
Semmelbrösel
Margarine zum Braten
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Kartoffelbrei nach Anleitung zubereiten, dabei ggf. etwas mehr Milch als angegeben nehmen und ggf. mit Salz und Muskat nachwürzen. Eine halbe Zwiebel in Würfel schneiden, die restlichen Zwiebeln in dünne Scheiben schneiden.
Gehacktes in eine Schüssel geben, das Ei aufschlagen und dazugeben, Semmelbrösel und die gewürfelten Zwiebeln untermengen, mit Salz und Pfeffer würzen. Aus der Masse kleine flache Klößchen formen und in Margarine braten bis sie schön braun sind. Die Zweibelscheiben in Margarine braten bis in einzelne Ringe zerfallen und leicht angebräunt sind. Kartoffelbrei mit den Fleischklößchen auf dem Teller anrichten, die Zwiebelringe mit Bratfett auf den Kartoffelbrei geben.



Jägerschnitzel mit Spirelli und Tomatensoße (4 Personen)

Jäger­schnit­zel

4 fin­ger­di­cke Schei­ben Jagdwurst
etwas Mehl
1 Ei
Sem­mel­brö­sel
But­ter­schmalz
Jägerschnitzel

Jagd­wurst­schei­ben nach­ein­an­der in Mehl, dem ver­rühr­tem Ei und Sem­mel­brö­seln wen­den. Die Panade fest and­rü­cken, damit sie beim Bra­ten nicht abfällt. But­ter­schmalz in der Pfanne schmel­zen. Die Wurst­schei­ben darin braun und knusp­rig braten.

Toma­ten­sauce und Nudeln

1 Gemü­se­zwie­bel
125 g But­ter
2 EL Toma­ten­mark
2 EL Mehl
200 g Ketchup
Salz und Pfef­fer
etwas Zucker
500 g Spirelli-Nudeln

Die Zwie­bel in feine Wür­fel schnei­den und in hei­ßer But­ter in einem Topf gla­sig düns­ten. Toma­ten­mark und Mehl dazu­ge­ben und unter stän­di­gem Rüh­ren anschwit­zen. Mit so viel Was­ser auf­fül­len, dass sich eine sämige Kon­sis­tenz bil­det. Ketchup dazu­ge­ben und unter Rüh­ren kurz auf­ko­chen. Anschlie­ßend etwa 15 Minu­ten köcheln lassen. Die toma­tige Masse mit etwas Salz, wenig Pfef­fer und einer Prise Zucker abschmecken.
Alles zusam­men mit den nach Packungs­an­wei­sung gegar­ten Spirelli-Nudeln in einem tie­fen Tel­ler servieren.



Rostbratwurst mit lauwarmen Kartoffelsalat (4 Personen)
Weihnachts Essen

8 orginale Thüringer Rostbratwürstchen
1 kg Kartoffel
250 g Schinkenspeck
2 große Zwiebeln
1/2 Glas Gewürzgurken
Salz und Pfeffer
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Kartoffeln kochen, abschälen und noch warm in Scheiben schneiden. Speck und Schinken voneinander trennen, dann würfeln, den Speck in einer Pfanne auslassen, dazu den Schinken und die ebenfalls gewürfelten Zwiebel geben, anbraten bis die Zwiebeln schön glasig sind. Mit Salz und Pfeffer würzen, vorsichtig mit dem Salz, da der Schinkenspeck meist schon salzig genug ist. Heiß über die Kartoffeln geben, dazu die in Scheiben geschnitten Gewürzgurken. Alles ganz vorsichtig mischen, so das die Kartoffeln nicht zerfallen. Den fertigen Kartoffelsalat auf dem Ofen oder in der Backröhre warm stellen. Die Rostbratwürstchen in der Pfanne (besser hier natürlich der Grill) braten, mit dem Kartoffelsalat auf einem Teller anrichten. Darüber kann noch Schnittlauch, Dill und/oder Petersilie gestreut werden.



Schwe­de­neis­be­cher (4 Personen)

4 Kugeln Vanil­le­eis
Apfel­mus
Eier­li­kör
geschla­gene Sahne
Scho­ko­streu­sel
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Apfelmus in eine Glasschale geben, darauf eine Kugel Vanilleeis, darüber die geschlagene Sahne. Etwas Eierlikör über die Sahne giessen, oben auf kommen die Schokostreusel und eine Waffel wird zugesteckt.



Soleier
Ostern

10 Eier
1 Liter Wasser
60 g Salz
1 TL Kümmel
1 TL schwarze Pfefferkörner
3 Pimentkörner
2 Lorbeerblätter
1 braune Zwiebelschale
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Die Eier normal kochen und anschließend abschrecken, ringsherum anschlagen bis die Schale Risse bekommt (dadurch ensteht später eine schöne Musterung). Das Wasser mit den Gewürzen aufkochen und so lange ziehen lassen, bis das Salz komplett aufgelöst ist. Die Eier in ein gut verschließbares Gefäß schichten und mit dem heißen Sud begießen, kühl stellen und mindestens 3-4 Tage ziehen lassen, je länger um so besser.
Angesetzt Dienstag oder Mittwch vor Ostern, werden bei uns Soleier zu Frühstück und Abendbrot gegessen, manchmal aber auch zwischendurch 😉



Speckkuchen (4 Portionen)

600 g Schwarzbrotteig (oder heller Roggenbrotteig)
300 g Bauchspeck
2 Zwiebel, mittelgroße
1 EL Kümmel, gemahlen
2 EL Semmelbrösel
2 Eier
1/2 L Saure Sahne
Salz
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Brotteig ausrollen. Auf gefettetes Backblech mit hohem Rand legen. Speck würfeln, nur so weit auslassen, dass er glasig wird, aus der Pfanne nehmen und auf den warm gestellten, leicht gegangenen, Teig verteilen. Im Speckfett gewürfelte Zwiebeln hell anschwitzen, mit Semmelmehl bestreuen, kurz durchschwenken, gleichmäßig über die Speckwürfel verteilen, mit Kümmel bestreuen und etwas salzen. Eier mit der Sauren Sahne verquirlen, leicht salzen (evt reichlich Schnittlauch und etwas Knoblauch zugeben). Diese Mischung auf den vorbereiteten Kuchen gießen, dann im Backofen bei starker Hitze backen.
Speckkuchen möglichst frisch, am besten gleich aus dem Ofen heraus servieren.

Variante:
Man kann den Speckkuchen auch mit Hefeteig von Weizenmehl herstellen, die Zutaten für den
Belag bleiben die gleichen



Strammer Max (4 Portionen)

4 Bemmen (Schnitten, Brotscheiben)
Butter
400 g Schinkenspeck
8 Eier
Paprikapulver
Salz&Pfeffer
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Je Portion 2 Eier in einer Pfanne als Spiegelei braten, mit Salz und Pfeffer würzen, wobei der Pfeffer nur aufs Eigelbe kommt. Brotscheiben mit Butter bestreichen und darauf den gewürfelten Schinkenspeck verteilen. Obenauf dann die Spiegeleier geben und etwas Paprikapulver drüber stäuben.

Verfeinerung:
Zwischen Schinkenspeck und Spiegeleier dünnen Scheibenkäse und hauchdünne Zwiebelscheiben legen.



Tote Oma (4 Personen)

300 g Schwei­ne­schwar­ten
300 g Schwei­ne­fleisch
300 g Schwein­ele­ber
300 g Grau­pen
Nel­ken­pfef­fer
Majo­ran, Thymian
Salz (evtl. Rauch­salz), Pfeffer
100 g grü­ner Speck
2 Zwie­beln
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Schwei­ne­schwar­ten in ca. 1,5 l gesal­ze­nem Was­ser ca. 80 Minu­ten kochen. Nach 15 Minu­ten klein geschnit­te­nes Schwei­ne­fleisch zugeben. Nach 1 Stunde die geputzte, klein geschnit­tene Leber mit in den Topf geben. Nach 80 Minu­ten das ganze Fleisch aus der Brühe nehmen. In der rest­li­chen Brühe die Grau­pen auf mil­der Hitze 40 Minu­ten köcheln lassen. Fleisch, Leber und Schwar­ten durch den Fleisch­wolf dre­hen. Masse mit Nel­ken­pfef­fer, Majo­ran, Thy­mian, Salz und Pfef­fer kräf­tig wür­zen. Die aus­ge­quol­le­nen Grau­pen unter­men­gen. Die Masse über Nacht zie­hen lassen. Am Fol­ge­tag grü­nen Speck und Zwie­beln wür­feln und farb­los anschwit­zen. Die Masse hin­zu­ge­ben und abschme­cken. Je nach gewünsch­ter Kon­sis­tenz mit der Brühe vom Vor­tag verdünnen.
Tote Oma wird traditionell mit Kartoffeln und Sauerkraut gegessen.



Weisse Bohnen mit Rotwurst, süßsauer (4 Personen)

2 Dosen weiße Bohnen
50 g geräucherter Speck
2 Mettenden
250 g Bauchfleisch
1 geräucherte Rotwurst
2 Kartoffeln
1 Zwiebel
500 ml Fleischbrühe
1 EL Fett
Salz und Pfeffer
Essig
Zucker
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Schneiden Sie den Speck, das Bauchfleisch und die Mettlenden in kleine Würfel und braten Sie diese kurz an. Zwiebeln würfeln und in ausgelassenem Speck bräunen. Geben Sie die Fleischbrühe und die weißen Bohnen dazu und lassen Sie alles kurz aufkochen. Rühren Sie kontinuierlich um, sonst brennt Ihnen der Bohneneintopf an.
Zum Schluss wird die Suppe mit Zucker und Essig süßsauer abgeschmeckt, die Rotwurst in große Würfel geschnitten und auf die Suppe gegeben.


Guten Appetit !

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